Sujet Patient*innen

Finanzierung einer Psychotherapie

Was kostet eine Psychotherapie?

Eine Therapieeinheit kostet zwischen € 80 und € 130. Bei einer krankheitswertigen Diagnose refundieren die Krankenkassen einen gewissen Kostenanteil.

Im sogenannten "Tiroler Modell" übernehmen die Krankenkassen die Psychotherapiekosten bis auf einen Selbstbehalt, der bei jeder Kasse unterschiedlich ausfällt. Eine Befreiung vom Selbstbehalt gibt es bei Rezeptgebührenbefreiung. Diese muss schriftlich nachgewiesen werden. (Details siehe Sozialversicherungen)
Psychotherapieplätze im Tiroler Modell werden jedoch nur für schwere und schwerste Störungen bewilligt.

Welche Art der Abrechnung über die Krankenkasse bei Ihnen empfehlenswert und geeignet ist, sollten Sie mit Ihrer Psychotherapeut*in besprechen.

Für die Verrechnung mit der Krankenkasse gibt es derzeit zwei übliche Modelle

1. Zuschuss durch die Krankenkasse

Sie haben die Möglichkeit, von der Krankenkasse einen Zuschuss von derzeit € 28,00 (ÖGK) bzw. € 40,00 (BVAEB), € 40,00 (SVS) oder € 65,00 (KUF) pro Therapiestunde zu beantragen, sofern Ihre Psychotherapeut*in feststellt, dass eine "krankheitswertige Störung" vorliegt. Um den Zuschuss zu erhalten, müssen Sie vor der zweiten Psychotherapiesitzung eine ärztliche Bestätigung einholen. Ab der 10. Sitzung ist ein "Antrag auf Kostenzuschuss wegen Inanspruchnahme einer(s) freiberuflich niedergelassenen Psychotherapeutin(en)" von Ihrer Psychotherapeut*in auszufüllen. Die Überweisung des Zuschusses an Sie erfolgt – wie beim Wahlarztsystem – nach Einreichung der Honorarnote Ihrer Psychotherapeut*in. Beim ersten Einreichen legen Sie die ärztliche Bestätigung bei.

2. Kostenübernahme durch die Krankenkasse

"Psychotherapie auf Krankenschein" ist in Tirol Menschen mit schweren und schwersten Störungen vorbehalten. Die ÖGK begrenzt die freien Therapieplätze, wodurch Psychotherapeut*innen nur wenige dieser so genannten "Modellplätze" anbieten können. Je nach finanzieller Situation wird von der Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung Tirol (Ges.f.P.V.T.) ein Selbstkostenbeitrag in der Höhe von € 5,00 bis € 30,00 eingehoben. Bei Rezeptgebührenbefreiung entfällt dieser Beitrag. Für Versicherte der BVAEB und SVS gibt es keine zahlenmäßige Begrenzung der Plätze, dafür ist der Selbstbehalt etwas höher.

Falls es Unstimmigkeiten gibt ...

Für den Fall, dass es zu Unstimmigkeiten in der Therapie zwischen Ihnen und Ihrer Psychotherapeut*in kommt, die gemeinsam nicht lösbar scheinen, können Sie sich an die Informations- und Beschwerdestelle des Tiroler Landesverbandes für Psychotherapie wenden.

Ihre Anfragen werden streng vertraulich behandelt.