Brief an Zeitschrift Konsumet

Der TLP begrüßt, dass sich die AK auch in ihrer Zeitschrift Konsument mit der Psychotherapie beschäftigt. Die Vorgangsweise der Tests finden wir problematisch. Dazu möchten wir einige Punkte anführen.

 
  1. Die Testerin /der Tester war nicht authentisch, da die Störung vorgetäuscht war.
  2. Die Beurteilung von „Therapieziel“ und „geschätzte Therapiedauer“im Erstgespräch ist schwierig, da sich diese zwei Kriterien im Therapieprozess häufig erst ergeben. Therapieziele ändern sich unddie Dauer ist von den Zielen abhängig und wird nicht von der Psychotherapeutin/dem Psychotherapeuten bestimmt, sondern gemeinsam mit der Klientin/dem Klienten erarbeitet.
  3. Es handelt sich um ein Experiment mit Menschen und um eine Veröffentlichung. Beides wurde den Betroffenen nicht mitgeteilt. Wir sind der Meinung, dass die getesteten PsychotherapeutInnen nach dem Erstgespräch aus ethischen Gründen hätten informiert werden müssen, dass es sich um ein Testerstgespräch gehandelt hat. Weiters hättensie angefragt werden müssen, ob sie mit der Veröffentlichung ihres Namens einverstanden sind.
  4. Die Beurteilung eines Erstgesprächs ist nicht so einfach wie eine Beurteilung von Gebrauchsgegenständen.
 
Der Vorstand des Tiroler Landesverbandes für Psychotherapie
 
 
 

Hilfe für Opfer von sexuellen Missbrauch

In Österreich ist Psychotherapie selbst Opfern von sexuellem Missbrauch nicht garantiert! Lesen Sie dazu die Presseaussendung des ÖBVP.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des ÖBVP unter www.psychotherapie.at

 

Psychotherapiereport Tirol

Der TLP präsentiert erstmals einen umfassenden Psychotherapie-Report für Tirol. Mit diesem Report liegt endlich ein Überblick über die therapeutische Versorgung in Tirol vor. Der Bericht zeigt auf, dass die Psychotherapie in Tirol von der Angebotsseite eine Erfolgsgeschichte ist. Das Versorgungsangebot hat sich in den letzten jahren konstant verbessert. Trotzdem ist nicht sichergestellt, dass alle Psychotherapiebedürftigen in Tirol auch Hilfe erhalten. Die Finanzierung durch die Krankenkassen ist völlig unzureichend, das Recht auf leistbare Psychotherapie bleibt vielen Versicherten vorenthalten.

Laut Studien sind in Tirol rund 15.000 Menschen psychotherapiebedürftig. Nur rund 5200 Menschen nehmen dieses Angebot auch in Anspruch.
Die Ausgaben der Sozialversicherungsanstalten für Psychotherapie stagnieren seit Jahren, während seelische Krankheiten und deren Folgekosten rasant ansteigen.
Fazit: Die Tiroler Psychotherapie weist eine hohe Professionalität trotz mangelnder Kassenfinanzierung auf!.

 

Berufsverband kritisiert Versorgung der Kinder

Auch Tirol ist keine Ausnahme. Der  Bericht der österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit und der Bericht des UNO-Kinderhilfswerkes UNICEF reiht Österreich auf Platz 14 von 21 Staaten. Vor allem Daten zur psychischen Gesundheit der Kinder sind alarmierend.

Es wird kritisiert, dass trotz hoher Ausgaben Kinder im Versorgungssystem benachteiligt sind!

In Tirol erhalten nur ca. 22 Kinder unter 13 Jahren Psychotherapie als Sachleistung (auf Krankenschein)  und ca. 44 Jugendliche. Das entspricht einem Anteil von 2%, bzw. 3,4% aller PatientInnen, die Psychotherapie im Rahmen der Sachleistung erhalten!

Der Vorsitzende des TLP,  Mag. Karl-Ernst Heidegger,  fordert daher dringend einen leichteren Zugang zur Psychotherapie, den sich auch einkommensschwache Familien leisten können. Eine Zuschusserhöhung und der weitere Ausbau der Sachleistungsversorgung sind erforderlich.

 

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