Katathym Imaginative Psychotherapie
Dieses zunächst unter der Bezeichnung Katathymes Bilderleben (griech. kata = gemäß; griech. Thymos = Seele) bekannt gewordene Verfahren wurde von Hanscarl Leuner (geb. 1919) auf psychoanalytischer Grundlage entwickelt. Vorgangsweise bei dieser Methode ist die Arbeit an tagtraumartigen, affektiv (d.h. von Gefühlen gesteuerten "innerlichen Bildern". Im Mittelpunkt dieser in drei Stufen verlaufenden Tagtraumtechnik stehen insgesamt 12 Standardmotive (z.B. Wiese, Bach, Berg, Höhle), die der/m entspannt sitzenden oder auf der Couch liegenden KlientIn vorgegeben werden. Die/der KlientIn beobachtet und beschreibt diese Bilder in einem vertieften Entspannungszustand. Im psychotherapeutischen Gespräch wird anschließend die symbolische Bedeutung der imaginierten Bilder nach psychoanalytischen Grundsätzen erarbeitet. Ziel ist dabei die Bewusstmachung und das Wiedererleben frühkindlicher Erfahrungen im Hinblick auf die Auflösung aktueller Problemmuster durch ein korrigierendes emotionales Erleben in Imagination und tagtraumhaften Innenbildern. Die Anwendung erfolgt in drei Stufen als Kurzzeittherapie (bis 30 Stunden) oder als Langzeittherapie (über 30 Stunden). KIP wird sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting angewandt.
Paul Gumhalter, Beatrix Teichmann-Wirth, Martin Voracek und Gerhard Stumm
