Berufsverband kritisiert Versorgung der Kinder

In Tirol brauchen mehr als 3000 Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen dringend eine psychotherapeutische Behandlung. Angsterkrankungen, kindliche Formen der Depression oder psychosomatische Störungen nehmen zu. Die Verschreibung von Psychopharmaka im Kindesalter ist in den letzten Jahren konstant um 20% gestiegen.

Kinder und Jugendliche fallen aus dem bestehenden Versorgungssystem weitgehend heraus. Der Berufsverband kritisiert, dass trotz hoher Ausgaben Kinder im Versorgungssystem benachteiligt sind! Zwar finden immer mehr Kinder und deren Eltern den Weg in die Psychotherapie, aber die Übernahme der behandlungskosten wird in den meisten Fällen auf die Eltern abgewälzt. Zum seelischen Druck, den die Familien in solchen Situationen ohnehin schon haben, kommt der finanzielle Druck.

In Tirol erhalten nur ca. 25 Kinder unter 13 Jahren und ca. 50 JugendlichePsychotherapie als Sachleistung (auf Krankenschein). Das entspricht einem Anteil von 2%, bzw. 3,4% aller PatientInnen, die Psychotherapie im Rahmen der Sachleistung erhalten!

Der TLP  fordert daher dringend einen leichteren Zugang zur Psychotherapie, den sich auch einkommensschwache Familien leisten können. Eine sofortige Zuschusserhöhung und der weitere Ausbau der Sachleistungsversorgung sind erforderlich. Medieninformation im Anhang.

AnhangGröße
Eltern können sich Behandlung nicht leisten / Medientext TLP15.17 KB
Armut macht die Kinderseele krank. / Pressetext ÖBVP238.98 KB